Raumbewusstsein / Zeitbewusstsein

Stellen wir uns zunächst die Frage:
Was ist Zeitbewusstsein/Raumbewusstsein im psychologischen Kontext.

1. Zeitbewusstsein:

Das ist das üblicherweise in unserer Gesellschaft vorherrschende Bewusstsein, das horizontale, lineare, oberflächliche, zeitliche Bewusstsein. Transgenerative Muster, von einer Generation zur nächsten übertragen. So ist es. Es wird uns als absolute Wahrheit verkauft. Es hat die Macht über die meisten von uns, d.h. der Verstand hat die Macht übernommen: wir denken.
Und die Macht übernommen will heißen: wir identifizieren uns mit Gedanken, mit Formen. Wir glauben, was wir denken. Dazu ein Zitat von Albert Einstein:
„Der gesunde Menschenverstand ist nur eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat.“
Eine Anhäufung von Missverständnissen: Arbeite hart, benutze deinen gesunden Menschenverstand, der von uns übernommene Glaube, wie Leben geht, die Konstruktionen, all die stressigen Glaubenssätze, die gedankliche Suche nach sich Selbst. Es funktioniert nicht.
Warum kann die gedankliche Suche nach sich selbst nicht funktionieren?
Wir erinnern uns: dieser Vorgang findet im Zeitbewusstsein statt, in einer Form, Gedanken sind Formen. Unser Selbst ist formlos, Gott sei Dank!
Und wie viele wahrscheinlich von Ihnen schon recherchiert haben, die Wissenschaft liefert inzwischen die Beweise dazu.
Genau so hat man es uns das in der Schule /Familie u.s.w. beigebracht:
Denke, Tue, Habe, Eile, Konkurriere, Urteile, Vergleiche……………
Aber SEI NICHT!
Erstaunlicherweise hat sich daran noch nicht viel geändert. Der ganz „normale“ Wahnsinn,
der „ganz normale“ Stress krankhafter Überzeugungen.
In diesem Zustand, im Zeitbewusstsein allein, in diesem Gefängnis von Überlebensstrategie/ Situation, Kontrolle und Konstruktion bleibt alles an der Oberfläche, will heißen: neben allen stressigen Gedanken und sonstigen wahnsinnigen Ideen ist das Leben langweilig. Das hat übrigens wenig bis nichts mit der äußerlichen Lebenssituation zu tun, obwohl wir das glauben.
In diesem Energiefeld – so nenne ich es mal – wimmelt es von Projektionen, die uns immer wieder gespiegelt werden. Die Annahme wird bestätigt, meine gedanklichen Konstruktionen seien die absolute Wahrheit.
Hier entspringen auch unsere sogenannten Probleme und das Gefühl, nicht mit dem Kosmos verbunden zu sein.
Mehr dazu im April mit dem spannenden Thema Projektion und Spiegelung.

2. Raumbewusstsein/Präsenz:

Dieser Zustand von Präsenz/Dasein ist nicht durch die Zeit zu erreichen, weil es über das Denken hinaus geht.
D.h., ich befinde mich weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, sondern genau Hier
und Jetzt im Raum.
Dieses nicht konditionierte Bewusstsein ist formlos. Hier entstehen z.B. auch Inspiration und Intuition, Transzendenz, Transformation, Lebendigkeit u.s.w.. Warum?

Diese Attribute sind formlos, völlig neu und frisch, und entspringen/entsprechen nicht
meiner Erfahrung aus der Vergangenheit. Die revolutionäre These: „kein Geschehen, das in der Zukunft liegt, könnte besser sein als
der jetzige Augenblick“ lassen wir eine Weile auf uns wirken. (unbekannter Autor). Die Achtsamkeit meines Bewusstseinszustandes ist ebenfalls von Bedeutung. Tue ich etwas, um irgendwo hin zu kommen? Dann entspringt dieses Verlangen aus einem Zustand der Unzufriedenheit.
Das ist eine Falle. Warum? Weil ich woanders sein will, als da, wo ich mich gerade befinde. Es ist in Ordnung, wenn es bewusst geschieht, d.h., wenn ich meine Absicht beobachte und nicht beurteile: Aha, mein Verstand lockt mich zurück zum Denken, zur Kontrolle, in die sog.
Zukunft, die es ja eigentlich gar nicht gibt. Der innere Körper ist ein weiteres gutes Vehikel, um mit meinem Selbst zu korrespondieren.
Er spricht immer zu uns, Ihn fühlen zu können ist eine wertvolle Eigenschaft und sollte zugelassen, geübt und trainiert werden. Wie? Durch Meditation und Kontemplation (Einkehr in die Stille). Die Früchte, die du während dieses Prozesses erntest, sind vielfältig. Es lohnt sich.
Eine enorme Steigerung der Lebensqualität ergibt sich irgendwann von ganz allein. Du brauchst nichts mehr zu tun, sondern nur noch zu Sein. Der Pfad des Raumbewusstseins wird zur Autobahn, die ehemalige Denkautobahn wird zum Pfad und dann benutzt, wenn der Verstand / Zeitbewusstsein gebraucht wird. Ich benutze ihn, aber er benutzt nicht mich. Integrieren wir die Zeit in den Raum, dann haben wir Beides. Ausprobieren lohnt sich! Heißersehntes wie Freude, Lebendigkeit, Friede, Ruhe, Freiheit u .s.w. , also Formloses erreicht dich automatisch. Und du wirst endlich und unendlich (schönes Wortspiel) in die Lage versetzt, Informationen im Raum abzurufen und auf deine Art zu manifestieren.
Was für eine Freude!
Sei fest entschlossen und fokussiere! Mit anderen Worten, sei achtsam!
Zum Abschluss heute zitiere ich gerne aus „Ein Kurs in Wundern“, Greuthof, weil`s passt, wie ich finde. Im Übungsteil, Seite 254, Abschnitt 16 heisst es:
„So lehnt der Geist, der plant, es ab, Veränderungen zuzulassen. Was er zuvor gelernt hat, wird zur Grundlage seiner zukünftigen Ziele. Seine vergangene Erfahrung lenkt seine Wahl dessen, was geschehen wird. Und er sieht nicht, dass hier und jetzt alles ist, was er braucht,
um eine Zukunft zu garantieren, die völlig anders ist als die Vergangenheit, ohne Fortbestehen irgendwelcher alter Ideen und kranker Überzeugungen. Voraussicht spielt keine Rolle, denn gegenwärtige Zuversicht weist den Weg.“
Das sollten wir uns zu Herzen nehmen!